Gladbach erinnert an die glorreichen Zeiten
 

Borussia gegen Borussia. Zweiter gegen Erster. Am 15. Bundesliga-Spieltag braucht man nicht lange nach dem Spitzenspiel zu suchen. Der Hit am Samstag (15:30 Uhr) zwischen Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund bietet das Kräftemessen zweier vor Selbstvertrauen strotzender Teams. Mit imponierenden Derby-Siegen – Gladbach setzte sich 3:0 beim 1. FC Köln durch und Dortmund behielt gegen Schalke 04 mit 2:0 die Oberhand – stellte das Führungsduo zuletzt eindrucksvoll seine Hochform unter Beweis.

Damit zog das Borussia-Duo auch an den Bayern vorbei, die sich in Mainz überraschend mit 2:3 geschlagen geben mussten. Vor dem Kracher im ausverkauften Borussia-Park halten die beiden Kontrahenten bei je 29 Punkten und liegen nun einen Zähler vor dem Rekordmeister aus München. Während dies für Titelverteidiger Dortmund bereits in der überragenden vergangenen Saison ein vertrautes Gefühl war, muss man sich in Mönchengladbach erst an den Höhenflug gewöhnen.

In der Vorsaison war man noch fast abgestiegen, als man bereits scheinbar aussichtslos abgeschlagen am Tabellenende lag. Doch mit einem Trainerwechsel kam neue Hoffnung und der Erfolg zurück. Unter dem Schweizer Lucien Favre wurde eine imposante Aufholjagd gestartet und die Gladbacher retteten sich zunächst auf einen Relegationsplatz, ehe man in den Duellen mit dem VfL Bochum endgültig den Klassenerhalt schaffte.

Diese kaum noch für möglich gehaltene Rettung schweißte die Mannschaft zusammen und mittlerweile schwärmt ganz Deutschland wieder vom Tempofußball Marke Mönchengladbach. Bei älteren Fans werden sogar Erinnerungen an die glorreichen Zeiten der 70er-Jahre wach, als 1970, 1971, 1975, 1976 und 1977 gleich fünfmal der Meistertitel gewonnen wurde.

"Die Fohlen" verzückten damals ebenso die Zuschauer, wie es die aktuelle Elf derzeit vermag. Wäre da nicht die Verletzung von Marco Reus, könnte man wohl sogar von einer perfekten Gladbacher Fußball-Welt sprechen. Der 22-jährige Wirbelwind brach sich beim umjubelten Sieg in Köln den kleinen linken Zeh. "Er will gegen Dortmund unbedingt spielen, aber wir müssen sehen, ob es geht", meinte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl.

Mit Mike Hanke hat dafür ohnehin rechtzeitig ein anderer wichtiger Offensivspieler seine Ladehemmung abgelegt. Bis zum 14. Spieltag ohne Treffer erzielte der 28-Jährige dafür im rheinischen Derby gleich einen Doppelpack. "Ich wusste, dass ich irgendwann belohnt werde", freute sich Hanke, der schon zuvor trotz seiner Torflaute von Erfolgscoach Favre immer wieder aufgrund seiner mannschaftsdienlichen Spielweise gelobt worden war.

Für den Gladbacher Trainer stimmt derzeit die Marschrichtung: "Unser Pressing klappt sehr gut und wir sind nur schwer auszurechnen." Nach vier Siegen in Folge und dem Vorstoß auf Platz zwei hat plötzlich auch die Konkurrenz das Überraschungsteam der Liga wieder auf der Rechnung.

Bayern-Präsident Uli Hoeneß sieht in Mönchengladbach bereits einen echten Meisterschaftskonkurrenten. Vielleicht hat er auch die bittere 0:1-Heimniederlage der Bayern zum Saisonstart nicht vergessen, oder erinnert sich ebenfalls an die glorreichen Zeiten in den 70ern.

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