Mainz zieht noch immer keine Helme auf
 

Was ein Jahr nicht alles ausmachen kann. Sieben Spiele, sieben Siege: So lautete in der Saison 2010/11 die imponierende Bundesliga-Startbilanz des FSV Mainz 05. In der laufenden Spielzeit 2011/12 hingegen ist man bereits seit acht Partien sieglos und in der Tabelle mittlerweile auf Platz 15 abgerutscht. Vor dem Heimspiel am Samstag (18:30 Uhr) gegen Werder Bremen droht damit sogar der Absturz auf einen der Abstiegsränge.

Der Blick zurück dürfte Mainz-Fans geradezu körperliche Schmerzen und dauerhafte Entzugserscheinungen bereiten: Ganz Deutschland schwärmte von den begeistert aufspielenden „Bruchweg-Boys“ rund um Lewis Holtby, André Schürrle und Adam Szalai. Ihr Torjubel an der Eckfahne gehörte zum fixen Programm jedes Liga-Wochenendes. Und heute? Leihspieler Holtby wurde von Schalke zurückbeordert, Schürrle an Bayer Leverkusen verkauft und Szalai stieg nach seinem Kreuzbandriss erst zuletzt wieder ins Mannschaftstraining ein.

Irgendwie wird man bei Mainz den Eindruck nicht los, dass mit dem Trio die jugendliche Unbeschwertheit verloren ging. Die Suche nach dem Geheimnis des Erfolgs wurde mittlerweile zum Rätselraten über die Gründe für den tiefen Fall in den Tabellenkeller. Auch Trainer Thomas Tuchel lernt nun die Schattenseite des Geschäfts kennen. Gefeiert als mitreißender Newcomer und jugendlicher Erfolgscoach muss er sich nun Fragen des Krisenmanagements und nach dem Abstiegskampf stellen.

Ich glaube nicht an das Konstrukt Abstiegskampf. Muss man den kennen, um ihn zu können? Oder muss man Helme aufziehen? Ich mache mein Training nicht davon abhängig, auf welchem Tabellenplatz ich stehe“, hatte die gereizte Reaktion des 38-Jährigen nach der 0:1-Heimschlappe gegen Augsburg gelautet. Im Anschluss an das 0:0 bei Hertha BSC gab sich Tuchel ähnlich kämpferisch: „Ich bin nicht bereit, die Leistung als mittelmäßig zu bewerten, nur weil wir zwei Punkte zu wenig mitnehmen. Ich glaube an unsere Talente und an unser Können.“

Mit Werder Bremen kommt nun ein Gegner nach Mainz, der innerhalb eines Jahres ebenso alle Höhen und Tiefen durchleben musste. Nur läuft es bei den Grün-Weißen genau in die entgegen gesetzte Richtung: Vom Abstiegskampf im Vorjahr ging es in dieser Saison wieder steil bergauf in die Regionen der Europacup-Startplätze. Das Festhalten der Werder-Führung an Coach Thomas Schaaf mag in Mainz als Vorbild dienen, was mit Geduld und Konstanz auf der Betreuerbank alles möglich ist. Vielleicht muss man dann auch keine Helme aufziehen, um wieder in der Tabelle nach oben zu klettern.

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