Fink soll HSV vor den Geiern retten

Wenn ein Verein am zehnten Spieltag der laufenden Bundesliga-Saison bereits den vierten Trainer auf der Bank sitzen hat, dann sollte man den Begriff „Kontinuität“ wohl besser nicht in den Mund nehmen. Beim Hamburger SV hofft man mit Thorsten Fink nun endlich den Erfolgscoach gefunden zu haben, den man seit langer Zeit vergeblich sucht.

Beim Heimspiel am Samstag (18:30 Uhr) gegen den VfL Wolfsburg feiert Fink sein Debüt als HSV-Betreuer und soll den kriselnden Traditionsverein endlich auf Kurs bringen. Trotz des mehr als glücklichen 2:1-Auswärtssiegs beim SC Freiburg sind die Hamburger Tabellenletzter. Sportdirektor und Interimstrainer Frank Arnesen weiß wohl nicht einmal selbst, wie die drei Punkte aus dem Breisgau entführt wurden. Am Ende hieß es: Mund abwischen und weiter. Den Erfolg nahm man gerne mit zurück in den Norden. Sollte Fink, der mit dem FC Basel zuletzt in der Champions League für Aufsehen gesorgt hatte, ähnlich viel Spielglück mitbringen, dann kann sich Wolfsburg die Reise in die Hansestadt sparen. Der 43-Jährige aber weiß, dass zunächst einmal jede Menge harte Arbeit wartet: „Unser erstes Ziel ist natürlich der Klassenerhalt. Wie sagt man so schön: Der Dino muss Dino bleiben. Wir sollten so schnell wie möglich die Abstiegsränge verlassen.

Denn das letzte nie abgestiegene Gründungsmitglied der Bundesliga zittert ums nackte Überleben. Das Dino(saurier)-Sterben im Zeitraffer: Trainer und Spieler wechselten einander fast ebenso schnell ab wie der Stadionname. Ein Vorstandsvorsitzender trieb ebenso sein Unwesen wie Vereinsmanager, Teammanager und Sportdirektoren. Der letzte – wirkliche – Titel datiert noch aus dem Jahr 1987, als sich ein gewisser Ernst Happel nach dem DFB-Pokalsieg als HSV-Coach verabschiedete.

Seither musste man in Hamburg immer kleinere Brötchen backen, sodass in den vergangenen Jahren schon der DFB-Ligapokal oder der UEFA Intertoto Cup bejubelt wurden. Diesmal würde bereits der Klassenerhalt als Erfolg zählen. Doch Neo-Coach Fink gibt sich kämpferisch und will langfristig etwas bewirken: „Der HSV ist eine Marke, ein Verein mit großem Potenzial und einzigartiger Fankultur. Die Möglichkeiten und Strukturen für erfolgreichere Zeiten sind vorhanden. Wir müssen nach vorne schauen.“

Nach vorne heißt zunächst einmal Blickrichtung Wolfsburg. Mit Felix Magath ist dabei ausgerechnet eine echte HSV-Legende der Gegner. Es war sein Treffer, der am 25. Mai 1983 mit dem 1:0-Finalsieg gegen Juventus den Triumph im Europacup der Landesmeister brachte. Bis heute der größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Doch Magath hat in Wolfsburg derzeit ganz andere Sorgen als die erfolgreiche (Hamburger) Vergangenheit. Die Gegenwart heißt 2:1-Arbeitssieg gegen den 1. FC Nürnberg und Platz 12 in der Bundesliga. „Die erste Halbzeit war unsere beste Saisonleistung. Insgesamt haben wir einen großen Fortschritt gemacht. Wenn wir diese Leistung über 90 Minuten halten können, dann ist ein Sieg in Hamburg möglich“, kündigte der Coach der Wölfe schon mal ein heißes Nord-Duell an.

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