Tipico: Täter oder Opfer der Hells Angels?

Geht man nach dem Titel einer bedeutenden deutschen Boulevardzeitung, so scheint für die Medien bereits festzustehen, Tipico steht in Kontakt zu den Hells Angels. Zumindest lässt sich die Schlagzeile „Waschen Hells Angels Geld bei Tipico?“ kaum anders deuten. Doch was steckt wirklich hinter dieser dubiosen Geschichte? Verbindet Tipico doch mehr als bisher angenommen mit den Hells Angels oder wurde der deutsche Sportwetten Anbieter ein Opfer der raffinierten Machenschaften des Biker-Clans?

Was war passiert?

Die Liste der Vorwürfe gegenüber der Rockerbande ist lang und reicht von illegaler Prostitution, Betrug, Körperverletzung, Erpressung bis hin zur erwähnten Geldwäsche. Bereits im Juli vergangenen Jahres gelang der Polizei ein bedeutender Schlag im Kampf gegen die Motorradgang, als der Boss der Hells Angels, Frank Hanebuth, in Spanien festgenommen wurde. Durch die Überwachung von Telefongesprächen des 49-Jährigen konnten die Ermittler laut Boulevardpresse nun eine Verbindung zum deutschen Wettanbieter herstellen. Die Biker-Gang soll mit Hilfe von Mittelsmännern schmutzig verdientes Geld in diversen Shops des Buchmachers Tipico reingewaschen haben, so der Vorwurf. Dabei sollen Hanebuth, sowie sein mutmaßlicher Kronprinz Neco Arabaci zu den Hauptinvestoren gezählt haben. Sie sollen Mittelsmänner engagiert haben, um bei dem Franchise Unternehmen Shops in Spanien, Luxemburg und Deutschland zu eröffnen.

Tipico Franchise Opfer eines Geldwäsche Skandals?

Wieviel Schuld trifft Tipico?

Die Frage ist, was hätte Tipico dagegen tun können? Tipico ist ein Franchise Unternehmen. Das heißt, dass im Grunde genommen jeder Bürger eine Lizenz bei dem Wettanbieter beantragen und in weiterer Folge auf Grundlage der privaten Haftung einen Shop betreiben kann. Dieses Geschäftsmodell ist vor allem bei Fast-Food-Ketten wie McDonalds oder Burger King sehr beliebt, doch auch Fitnessstudios wie McFit gehen diesem System nach. Doch woher weiß man jetzt ob man es mit einem seriösen Franchisenehmer oder einem Strohmann einer Bikergang zu tun hat? Genau hier wird es schwierig, denn die besagten Strohmänner treten naturgemäß nicht als solche auf und sind daher nur schwer auszumachen. Trotz eingehender Prüfung können diese oft unerkannt Dienste für ihre Hintermänner vollrichten und ihren dubiosen Geschäften nachgehen. Kurz gesagt, hätte es wohl jedes Franchise-Unternehmen treffen können. Es ist kaum nachzuverfolgen wie viele Menüs bei einem Burgerladen verkauft werden oder wie viele Tipps in einem Wettbüro abgegeben werden.

Was ist unser Fazit?

Natürlich wirft der Vorfall ein schiefes Licht auf den Wettanbieter Tipico und es bleibt ein fader Beigeschmack. Doch wenn man den Artikel genauer unter die Lupe nimmt, so muss die Mitschuld des deutschen Wettunternehmens sicherlich hinterfragt werden. Wie bereits erwähnt, ist es sehr schwierig, wenn nicht fast unmöglich, sich vor solchen Betrügereien zu schützen. Es ist daher nicht auszuschließen, dass es in naher Zukunft ein anderes großes Franchise-Unternehmen trifft, die mit den skrupellosen Machenschaften krimineller Vereinigungen in Verbindung gebracht werden.